Pädiatrisches Inflammatorisches Multisystem Syndrom (PIMS-TS)

(Paediatric Inflammatory Multisystem Syndrome Temporally related to SARS-CoV-2 (PIMS-TS))

Im Rahmen von COVID-19 sind in der Schweiz bei Kindern und Jugendlichen vermehrt Fälle von PIMS-TS aufgetreten. Ein multidisziplinäres Expertenteam unter Leitung der IG neonatale und pädiatrische Intensivmedizin (IGNPI) der Schweizerischen Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI) hat nationale Empfehlungen für die Diagnostik und Therapie des PIMS-TS erarbeitet. Wichtig ist das frühzeitige Erkennen eines möglichen PIMS-TS durch Eltern und Spezialisten der Kindermedizin.

Melden Sie sich grosszügig bei folgenden Symptomen:


  1. Fieber und schlechtem Allgemeinzustand über mehrere, i.d.R. ≥ 3 Tage
  2. stark erhöhte Entzündungsparameter, Bauchschmerzen, Durchfall 
  3. ausgeprägte Blässe und Müdigkeit / Apathie


Meist liegt eine 2-6 Wochen zurückliegende, häufig asymptomatische Infektion mit COVID-19 vor.


COVID-19: mRNA Impfung schützt Jugendliche vor PIMS-TS

Der Schutz vor PIMS-TS (MIS-C) kann ein wichtiges Argument für Kinder, Jugendliche und deren Eltern sein, die sich für die COVID-19 Impfung entscheiden. Wissenschaftliche Evidenz dafür, dass die Impfung nicht nur die symptomatische akute Infektion mit SARS-CoV-2 verhindert, sondern auch vor PIMS-TS schützt, war allerdings bisher nicht vorhanden. Ein Netzwerk von 70 Kinderkliniken in den USA («Overcoming COVID-19 Network») zeigt nun in Zusammenarbeit mit der CDC, dass zwei Dosen des mRNA Impfstoffs BNT162b2 (Comirnaty®, Pfizer-BioNTech) 12-18-jährige Jugendliche mit einer Schutzrate von 91% (95% Vertrauensintervall 78%-97%) vor PIMS-TS schützen.

Diese Daten sind hilfreich für Kinderärzte-/Innen, die Jugendliche und Eltern beraten. PIMS-TS ist selten. Geschätzt ist es aber seit Beginn der Pandemie in der Schweiz zu über 200 Fällen gekommen, von denen bis zu 50% eine intensivmedizinische Betreuung und eine aufwändige Nachbetreuung erforderten.

Einschränkend ist festzuhalten, dass für 5-11-jährige Kinder, die über die Hälfte aller PIMS-TS Fälle ausmachen, noch keine derartigen Daten vorliegen und sich der dokumentierte Schutz auf PIMS-TS nach Delta-Infektion bezieht und nicht nach Omikron-Infektion. Grundsätzlich ist aber der Nachweis erbracht, dass die Impfung diese immun-vermittelte Spätreaktion verhindern kann.